Kirchen des Havellandes im Winter

Herzliche Einladung zu einem Vortragsabend im Rahmen unserer beliebten Veranstaltungsreihe “Babelsberger Köpfe” mit Olaf Thiede

Viele Dörfer der Region gehen im Kern auf slawische Wurzeln zurück. Ihre Namen und frühen Siedlungsstrukturen verweisen auf die Zeit vor der hochmittelalterlichen Neuordnung. Ab etwa 1150 entstanden mit Magdeburg, Havelberg und Brandenburg große Zentren der Missionierung, von denen aus die Christianisierung und kirchliche Organisation vorangetrieben wurden. Unter der Herrschaft der Askanier wurden Mutterkirchen gegründet und die Dorfkirchen fest in das kirchliche und machtpolitische Gefüge integriert.

Allein zwischen Brandenburg an der Havel und Potsdam lassen sich mindestens sechzig Kirchen nachweisen. Auffällig ist, dass nur wenige streng ost-westlich ausgerichtet sind. Stattdessen weisen viele Kirchen in ihrer Lage in Richtung Brandenburg oder nach Lehnin. Das erscheint kaum zufällig, sondern deutet auf bewusste Bezüge zu zentralen geistlichen und herrschaftlichen Orten hin.
Im Mittelpunkt stehen dabei nicht nur Fragen der Macht- und Kirchengeschichte, sondern auch die Baustile, die besondere Schönheit der Feldsteinkirchen und ihre historische Entwicklung. Ebenso bedeutsam ist die Friedhofskultur, die sich um diese Kirchen entfaltet hat. Sie ist Ausdruck von Identität, Erinnerung und gewachsener Tradition und macht die Dorfkirchen bis heute zu kulturellen Mittelpunkten der Region.

Termin: Dienstag, 10. März 2026, 19:30 Uhr

Treffpunkt: Saal im AWO Kulturhaus Babelsberg

Eintritt frei; Spenden werden sehr gerne für unsere ehrenamtliche Tätigkeit entgegengenommen.